Die Idee zu züchten entsprang dem Wunsch, aktiv an der Entwicklung und Erhaltung der Rasse beteiligt zu sein.
Wir sind der Meinung, daß wir als Züchter verpflichtet sind - wie ich es auch als Zuchtwart schon mit den Züchtern
diskutiert habe - im Sinne des Standards und der Satzung des DRC, Jagdhunde zu züchten, die dann auch als Familienhunde,
Suchhunde und mehr bestens geeignet sind. Die Retrieverrassen haben sich als Haushunde ja durch ihre Charaktereingenschaften
empfohlen, die sie als Jagdhunde mitgebracht haben. So ist jeder gute Jagdhund auch ein guter Familienhund.
Auch wir verkaufen unsere Welpen als Haushunde, bemühen uns aber von Beginn an um die Ausbildung der Hunde und können
so viele der Besitzer für die sportliche oder jagdliche Arkeit motivieren. Die meisten der heute jagdlichen interessierten
Flatbesitzer sind durch den Hund zur Jagd gekommen und nicht umgekehrt. Unser Ziel ist es, den Welpenbesitzern zumindest
eine positive Einstellung zur Jagd und Verständnis für Jagd und Natur zu vermitteln.
Inzucht - Linienzucht - Fremdzucht?
Begonnen mit Inzucht - weil der Rüde einfach toll war - hat uns das Buch “Hundezucht 2000”, vorgestellt
in der CZ, die Augen geöffnet für die Notwendigkeit der Fremdzucht. Es ist aber schwer einen Rüden zu finden, der 1.
wenigstens in den ersten 4-6 Generationen keine oder möglichst wenige gemeinsame Ahnen mit der Hündin hat und der 2.
diese Kriterien auch selbst erfüllt.
Zum Welpenpreis:
Den ersten Züchtern im DRC hatte ich empfohlen, sich an den Preisen für Flats in England, Holland oder Dänemark zu
orientieren, wo Hunde aus den besten Zwingern nur etwa die Hälfte dessen kosteten, was in Deutschland für einen Golden
oder Labrador verlangt wurde. Damit befanden wir uns immer noch über dem Niveau der bekannten deutschen Jagdhundrassen.
Ich fand es einfach vermessen, daß wir als Anfänger der Retrieverzucht die höchsten Preise haben sollten. Und auch heute
sehen wir nicht, daß die Flats in Deutschland besser wären als die im o.g. Ausland, wo sie auch heute deutlich unter den
Preisen der meisten deutschen Züchter verkauft werden. Mit einem Welpen kauft man immer “die Katze im Sack”, wir
können als Züchter nur Sorge für die Qualität der Elterntiere tragen, und wir können gesunde Welpen abgeben, aber was daraus
wird, darin stecken wir doch nicht! Ob ein passionsloser Sofahund oder ein hochpassionierter Jagdhund, ob ein häßliches Entchen
oder ein Champion., ob HD-A oder HD-E, ob Augen gesund bis ins hohe Alter oder blind mit 3 Jahren - wie sollen wir es wissen ?
Wir halten generell die Preise der meisten Welpen in Deutschland für maßlos überhöht und das Gerede der “Kostendeckung”
für schlicht unverschämt.
Unser Hobby Zucht kostet uns auch heute nichts, wenn wir die Welpen für 900 € verkaufen und wir haben dabei noch unseren
eigenen Welpen kostenfrei. Welches Hobby sonst kostet nichts?
Die hohen Preise verursachen Vieles:
- wir lassen bei den Käufern den Eindruck entstehen, daß sie ein fehlerfreies “Produkt” erwerben. Wenn das dann
nicht so ist, kommen Ansprüche nach Rückvergütung, es gibt sogar schon einen Fonds, aus dem Käufer Zuwendungen für kranke
Hunde erhalten (bzgl. Epilepsie).
- wir schließen manch geeigneten Käufer von vorneherein aus
- wir machen die Hunde per se für viele Jäger uninteressant (wie sollen sie nachvollziehen, daß ein Retriever doppelt soviel kostet
wie ein DD, DK, DL aus jagdlich hochprämierten Eltern?)
- wir machen Zucht für jeden Hündinnenbesitzer als nette, steuerfreie
Einnahmequelle interessant, was niemals zugunsten der Qualität der Hunde sein kann (und natürlich ebenso für Deckrüdenbesitzer,
die Rüden ungefragt für jede Hündin zur Verfügung zu stellen) - wir dürfen an die Worte unseres V1 anläßlich der MGV 2001 bzgl.
der Probleme mit Kommerzialisierung erinnern!
Zum Welpenpreis kommt noch eine Kaution für HD und ED Untersuchung und in kommenden Würfen evtl. für Augenuntersuchungen.
Die Idee dazu kam indirekt von einem Welpenkäufer, der trotz Zusage beim Kauf und vielen Bitten später seinen Hund niemals
röntgen ließ. Aus dem C-Wurf sind alle Welpen geröntgt, d.h. es haben alle Käufer ihr Geld zurück erhalten. Alle haben von uns
zum entsprechenden Zeitpunkt die nötigen Formulare und Hinweise zugeschickt bekommen. Eine gute Idee also? Auch dieses wird
mißbraucht und von manchem Züchter als versteckte Preiserhöhung “mitgenommen”. Welpen verkauft - aus dem Auge aus
dem Sinn, da wird dann kaum geröntgt und die Kaution für den guten Zweck bleibt ohne diesen beim Verkäufer. Traurig.