Mit ihm fing alles an ...
Mein erster Hund, mein erster Flat, einer von 12 Welpen aus Leonie Galdermans erstem Wurf, der mir schon im Alter von
4 Wochen durch seine Eigenständigkeit aufgefallen ist.
Elf Welpen aßen an 3 Näpfen, einer hatte einen für sich - elf Welpen spielten, einer legte sich schlafen und grunzte beleidigt,
wenn er gestört wurde - elf Welpen rollten sich in der Wurfkiste zum Schlafen zusammen, einer wollte allein draußen schlafen;
der dicke Bär sollte dann tatsächlich mein Hund werden - danke Leonie!
Anfangs ging fast jede Woche ein Brief mit Berichten und Fragen nach Holland und ebenso oft erhielt ich geduldig Antwort.
Dann traf ich Leonie, wenn sie ihre Hunde in Deutschland ausstellte und so kam es dann, daß auch ich viel aktiver mit dem Hund wurde,
als ich es je vorgehabt hatte.
Per Zufall kam ich in den örtlichen Gebrauchshundeverein und ein genialer Trainer verstand es, uns für die Unterordnungsarbeit
zu begeistern. Er wurde nicht nur den Schäferhunden, sondern wirklich jedem Hund, ob Rassehund oder Mischling, gerecht. Und so
kam es, daß Grischa auch die Schutzhundeprüfung als Voraussetzung für die Fährtenhundeprüfungen ablegte und ich erste Erfahrungen
mit Fährten sammelte, was mir später auch bei der jagdlichen Arbeit zugute kam.
Grischa hatte als ganz junger Hund eine traumatische Erfahrung gemacht, als er an einem Fahrradständer angebunden war und dieser
hinter ihm scheppernd umfiel, als er vor lauter Freude loslaufen wollte. Von da an waren Geräusche für ihn unerträglich, wenn er
an einem Ort stand, aber kein Problem, solange er sich in der Bewegung befand.
Für die erste Jagdprüfung übten wir zu viert - zwei Labbie Hündinnen, Adi Schwab mit “Scot” und Grischa in öffentlichen
Parks in München. Da kam es dann vor, daß Grischa seine Schleppenarbeit unterbrechen musste, um die Begrüßung eines fremden
Hundes über sich ergehen zu lassen, was ihm wirklich sehr lästig war, um dann ungerührt in seiner Arbeit fortzufahren. Es gab damals
bereits das Fach Einweisen, aber wir hatten noch rechte Mühe, es den Hunden zu vermitteln. Nur ein Hund lief beim Üben nie
falsch - Grischa und nur ein Hund brachte auf der Prüfung das falsche Stück zuerst und schied aus - Grischa ...
Bei der ersten Kaninchenjagd brauchte ich noch Adis Hilfe, denn ich wußte, ich würde das Kaninchen sofort fallen lassen, sollte es noch leben.
Dann wurden wir auch noch Rettungshunde-Team, absolvierten einen Lawinenhundekurs und Grischa hatte keine Probleme, einen Tag zur
Jagd zu sein und am nächsten Tag mit “such und hilf” beim Rettungshundetraining einen Verschütteten im Trümmerfeld zu
finden und zu verbellen.
Probleme hatte ich anfangs mit seiner überschwenglichen Menschenliebe, bis ich erkannte, daß er zwar alle Menschen freundlich
grüßt, sich aber doch nur für mich wirklich interessiert. Sein Leben lang hat dieser Hund jedem Menschen, dem er begegnete,
zumindest im Vorbeigehen ein freundliches Wedeln geschenkt.
Viel zu früh verlor ich diesen herrlichen Hund, der mir in 7 Jahren des Zusammenlebens auch viele wertvolle menschliche Beziehungen gebracht hat.